Was im Sommer liegen blieb
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Aus dem Programm
Zwischen 1970 und 1978 schuf Marc Chagall für das Zürcher Fraumünster fünf Chorfenster und die Rosette im Südquerhaus — sein letztes grosses Werk, gemeinsam mit dem Glaskünstler Charles Marq umgesetzt. Walther Fuchs' Kunstführer dazu legt kein weiteres kunsthistorisches Kompendium vor, sondern Grundlagenmaterial für die eigene, kontemplative Betrachtung: Vorzeichnungen, biblische Bildvergleiche und die zugehörigen Passagen aus der Zürcher Bibel treten neben die Fenster selbst. Der Titel ist jetzt exklusiv über Amazon erhältlich, als Taschenbuch und als E-Book — pünktlich zur Reisesaison, in der viele zum ersten Mal vor diesen Fenstern stehen.
Aufgefallen
Ende Juli erschien im Blog ein Beitrag, der leicht hätte untergehen können, es aber nicht sollte: eine Auseinandersetzung mit zwei Büchern, die dasselbe unbequeme Thema von entgegengesetzten Enden her angehen. Jean Clair erklärte 2004 das Fäkale in der Gegenwartskunst zum Symptom einer Zivilisationskrise. Hansdieter Erbsmehls Studie „Skatologisches in den (nicht immer) Schönen Künsten“ — Band 3 der Reihe Kunst- und Zeitgeschichte, herausgegeben von Wolfgang F. Kersten, bei Digiboo erschienen — führt den Gegenstand dorthin zurück, wo er historisch hingehört: in eine sehr lange Geschichte, die bei Dantes achtem Höllenkreis beginnt und bei Manzonis Dosen noch nicht endet. Ein Essay für alle, die Kunstgeschichte auch dort ernst nehmen, wo sie unangenehm wird.
Aus dem Archiv
Vier Exemplare, seit 1997 unberührt. Die „Radical Art History“-Anthologie zu Ehren des Kunsthistorikers O.K. Werckmeister, herausgegeben von Wolfgang F. Kersten, erschien im ZIP Verlag Zürich in kleiner Auflage und ist seither antiquarisch praktisch nicht mehr zu finden. Aus dem eigenen Verlagsbestand tauchen jetzt vier originalverpackte, nie geöffnete Exemplare auf — Zeugnisse einer radikal sozialgeschichtlichen Kunstgeschichte, die Generationen von Forschenden geprägt hat, und ein seltener Fund für alle, die suchen, ohne zu finden glaubten.